Eine aufwendige Präsentation der Immobilie ist kein reiner Selbstzweck. Der erste Eindruck muss zu 100% passen. Denn Käufer entscheiden mit Bauchgefühl und rationalisieren im Nachgang. Daher sind hochwertige Bilder und detaillierte Unterlagen auf sämtlichen Plattformen wichtig, um so viele ernsthafte Interessenten wie möglich anzusprechen. Das beschleunigt den Verkauf und sorgt dafür, dass Eigentümer eine bessere Auswahl an konkreten Kaufanboten erhalten.
Das Team von REMAX Up setzt dafür auf professionelle Fotos, Drohnenaufnahmen, 3D-Rundgänge und klar gezeichnete Grundrisse.[1][2][4][7][8][9]
Entscheidend ist dabei ein Punkt, der im Maklergeschäft alles andere als üblich ist: Das Büro geht finanziell in Vorleistung. Rund 2.000 Euro pro Objekt werden im Schnitt aus eigener Tasche investiert, bevor überhaupt feststeht, ob der Verkauf gelingt und eine Provision anfällt. Die meisten Kollegen scheuen genau dieses Risiko. Enthalten sind darin das professionelle Fotoshooting, Videos, Drohnenaufnahmen, der Matterport-Rundgang, die komplette Neuvermessung des Hauses und gedruckte Exposé-Broschüren in 300-g-Qualität.[1]
Die Neuvermessung hat einen handfesten Grund: Einreichpläne stimmen in den meisten Fällen nicht mehr, weil im Lauf der Jahre irgendwo etwas verändert wurde. Käufer setzen sich heute nicht mehr für jede Immobilie ins Auto und fahren zwei Stunden hin. Sie wollen vorab wissen, ob der geerbte Wandschrank mit 4,38 Metern überhaupt an die geplante Wand passt. Genau solche Fragen klären exakte Pläne, bevor es zur Besichtigung kommt.[1]
Der Aufnahmetermin für neue Immobilien wird an einem einzigen Tag abgewickelt und dauert je nach Größe des Objekts zwischen drei und sechs Stunden. Rund eine Woche später ist die Immobilie im Normalfall online.[1]
Wie weit das Büro dabei geht, zeigt ein Fall aus Eisenstadt. Ein saniertes, aber komplett leerstehendes Haus war fast ein Jahr am Markt. Es gab viel Nachfrage und zahlreiche Besichtigungen, aber keinen Abschluss. Das Team hat daraufhin auf eigene Kosten ein Soft Staging durchführen lassen, die Fotos neu machen lassen und das Objekt nach einer kurzen Pause erneut online gestellt. Bei der dritten Besichtigung wurde zum Wunschpreis verkauft.[1]
Ein vollständiges Staging kommt in der Praxis dagegen selten zum Einsatz. Der Grund liegt meist beim Eigentümer: Wer den besten Preis erzielen will, muss auch Geld in die Hand nehmen, und genau das scheuen viele. Virtuelles Staging wird ebenfalls eingesetzt, hier liegen bislang aber noch wenige Erfahrungswerte vor.[1]
Die verbreitete Logik privater Verkäufer lautet: lieber etwas höher einsteigen, nachlassen kann man immer noch. REMAX Up dreht diesen Ansatz im Idealfall um. Im besten Fall startet das Büro unter dem Marktwert, um im aktuellen Markt auch tatsächlich Interessenten zu erreichen.[1]
Dahinter steckt zunächst eine schlichte Mechanik der Suchportale. Wer sein Budget im Suchagenten mit 350.000 Euro angegeben hat, bekommt ein Objekt für 400.000 Euro schlicht nie angezeigt, obwohl er sich möglicherweise auch mehr leisten könnte. Ein attraktiver Einstiegspreis holt genau diese Gruppe zurück ins Spiel.[1]
Der zweite Effekt entsteht vor Ort. Käufer entscheiden in diesem Segment großteils über Emotion, Sicherheit und das Gefühl, hier ankommen zu können. Dafür müssen sie aber überhaupt erst zur Besichtigung erscheinen. Kommt ein einzelner Interessent allein durchs Haus, sucht er fast zwangsläufig nach Mängeln, um den Preis zu drücken. Er hat keinen Gegenspieler. Steht dieselbe Familie dagegen mit anderen Interessenten im Objekt, entfällt dieser Hebel für Käufer von selbst.[1]
Ein konkreter Fall aus einer Nachbarortschaft zeigt die Wirkung. Das Haus war mit 400.000 Euro inseriert, wurde auf 380.000 Euro reduziert und war nach fast einem Jahr immer noch nicht verkauft. Im Hintergrund lief eine Scheidung mit hohem emotionalem und finanziellem Druck. Nach dem Neustart bei 299.000 Euro gab es über 50 Besichtigungen an zwei Tagen. Über das anschließende digitale Angebotsverfahren kam ein Kaufpreis von 408.000 Euro zustande. Der gesamte Ablauf dauerte drei Wochen.[1]
Warum arbeiten so wenige Makler auf diese Weise? Die Antwort ist unbequem: Die Strategie ist dem Verkäufer schwer zu erklären, weil er sie nicht kennt, und genau darin liegt für den Makler ein Risiko. Die Entscheidung trifft in jedem Fall der Eigentümer. Der Makler ist Vermittler zwischen zwei Parteien und kann keine Immobilie eigenständig verkaufen. Intern wird deshalb ein Mindestpreis vereinbart. Liegen die Preisvorstellungen zu weit über dem Marktwert, kann auch das beste Verfahren nicht helfen.[1]